Melodien, Stimmen, Grooves und Harmonien sind nicht nur Schätze der Vergangenheit. Auch heute gibt es neue Soulful Sounds, die sich (nicht immer) auf alte Originale beziehen - allerdings mit ganz anderen Mitteln umgesetzt werden. In der Februar Sendung gab es daher elektronische Songs, Tracks usw. die den Soul lebendig halten.
Obwohl mittlerweile die Texte zum Thema Telefonbücher füllen könnten, bleiben die Kommentare an der Oberfläche. Der Guttenberg-Plagiats-Skandal zeigt viel mehr als nur, wie man seine Doktorarbeit nicht schreiben sollte.
1. Die vierte Gewalt
hat sich neu geordnet. Dabei spielt z.B. der „Spiegel“ keine wichtige Rolle mehr. Hier wird nichts mehr aufgedeckt, nur noch kommentiert. Die nachgewachsenen Schreiberlein sehen sich als staatstragend und als Garanten für die Ordnung im Lande. Neo Con Jan Fleischhauer („Unter Linken“) ist glücklich, seinen USP gefunden zu haben (eine Strategie, die er und seine Kollegen jedem selbstausbeutenden Kreativen, Journalisten, etc. predigen).
Dass er dann bei Anne Will so leicht von Oskar Lafontaine angezählt werden kann, als der ihm darstellt, dass der Spiegel genossenschaftliche Eigentumsverhältnisse hat, zeigt, dass a. die Redakteure heute entweder „einfacher gestrickt“ sind oder von Hause aus nur noch sehr selektiv wahrnehmen und b. sie sich eher als Oligopol (oder Redaktionskartell) sehen, dass die Wahrheit gepachtet hat ohne ein Rest Reflektionsvermögen.
2. Das Boulevard
entscheidet diese Runde klar für sich. Bei „Hart aber Fair“ (23.2.2011) war der Abgesandte der BILD-Zeitung am aufgeräumtesten. Natürlich hat er Unrecht, natürlich war das höchst parteiisch, natürlich liegt dahinter – auch – ein politisches Kalkül. Aber er war eben auch klar und wirkte überzeugend. SPD-Mann Thomas Oppermann hingegen war offensichtlich immer schon ein Streber – und damit für die meisten Zuschauer nicht ernst zu nehmen. Hans Leyendecker schöpfte aus der größten Erfahrung und konnte reflektieren, war aber noch „leidenschaftlich“ – etwas das zunehmend nicht ankommt. (zumindest, wenn Du das Boulevard nicht auf Deiner Seite hasst -> Gegenbeispiel Till Schweiger bei Marcus Lanz; war natürlich billig und abgeschmackt - aber alles andere hätte überrascht.).
Und über den CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der als selbsternannter „Altlateiner“ mit Bildung glänzen wollte, die er nicht hat – der gesuchte Begriff war griechisch - wollen wir lieber schweigen. Wahrscheinlich war das eh’ nur Oliver Kalkofe „in Disguise“.
Nein, Nikolaus Blome war Gewinner des Abends. Der Leiter des Hauptstadtbüros punktete nicht nur mit seiner Übersetzung von „nattering nabobs of negativism“ zu „Nörgler, Neider und Niederschreiber“ (interessanterweise ist dieser Ausspruch im Original gegen die – wahrscheinlich ebenso ehrlosen - Vietnamkriegsgegner gezückt worden). Zusammen mit seinen Kollegen hat er einem Großteil der Wahl-/Mail-/Faxbererechtigten erfolgreich einimpfen können, dass es nur ein, zwei vergessene Fußnoten waren, die die Opposition (welche?) nun ausnutzen möchte. (Guckst Du z.B. hier: http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/sendungen/2011/20110223.php5?seite=1)
Ja, das ist sicher auch Ergebnis der Nazizeit und dort systematischen Vertreibung und Vernichtung von – zum Großteil jüdischen und linken – Intellektuellen. Aber mittlerweile sind die nachgewachsenen Vertreter mit dem eigentlich größten Potential nur noch überflüssig – zumindest so, wie sie sich gegenwärtig verhalten. Die oberen Zehntausend können sich mittlerweile ganz gut selbst amüsieren, die unteren Millionen sehen die Gebildeten nur noch als Schmarotzer, die sich an der Bedeutung von Doktortiteln festhalten und Respekt erwarten, den sie Weniger-Vom-Leben-Verwöhnten nicht entgegenbringen.
Nee, nee wer „schlau sein“ mit schwadronieren übersetzt, kommt damit nur in besser gestellten Kreisen durch – wenn er dazu gehört. Also da, wo Fleischhauer unbedingt bleiben will. Wenn man aber Geld verdienen muss, dann sollte man komplexe Gedanken auch verständlich „rüber bringen“ können, pointiert, dramaturgisch aufgebaut und nachvollziehbar – mit möglichst wenigen Fremdwörtern.
Also: Überhaupt nichts Neues an der Westfront. Die Gebildeten haben sich selbst an die Leine gelegt und wundern sich jetzt, dass sie vor der Reise in neue Zeiten und Länder (mit und ohne Bundeswehr) auf dem Rastplatz damit festgebunden und zurückgelassen werden.
4. Der Ex-Doktor
Letzte Frage: Welche Rolle spielt die Person Guttenberg dabei? Er ist einer der selbstgerechten „Adligen“ (die es bei uns seit 1910 gar nicht mehr gibt), die sich weiterhin für etwas Besseres halten als den Rest der Strasse, des Volkes und des Parlamentes. Sein Hofblatt gibt es jeden Tag bundesweit am Kiosk. Und die Zielrichtung scheint klar: In 5 oder 10 Jahren ist der Mann Kanzler – die Abschluss-Äußerung Blohmes im TV war deutlich. Und dann wird das größte Kampfblatt der westlichen Hemisphäre dem Chef schon sagen, wo’s langgeht, sonst drucken sie den Namen des „wissenschaftlichen Sekretärs“ von Karl-Theodor sowie weitere entsprechende unvorteilhafte Veröffentlichungen, die die Redaktion sicher jetzt schon auf Halde vorproduziert.
Aber wenn er richtig mitspielt, dann gibt’s vielleicht am Ende wieder die Monarchie und die Deutschen können dann vielleicht mal über eine wirkliche Revolution nachdenken. Vielleicht klappt’s ja diesmal. Als Vorbereitung darauf lese ich Dietmar Dath.
Weihnachten ist vorbei - und damit ist auch dieser Weihnachtsmix offline. Wer jetzt soulful sounds hören will, kann auf Soul-Stew.de die Sendung vom letzten Monat hören.
Playlist:
Everyone's A Kid At Christmas Time - Stevie Wonder
This Christmas - Donny Hathaway
Purple Snowflakes - Marvin Gaye
All I Want For Christmas (Is My Two Front Teeth) [MJ Cole Remix] - Nat King Cole Trio
Have Yourself A Merry Little Christmas [awayTeam Remix] - Lou Rawls
Carpenters Christmas (Karen Meets Roots Radics Uptown) - Go Home Productions
Jingle Bells (Dan The Automator Remix) - Dan The Automator
Soulful Christmas - James Brown
Santa's Got A Bag Of Soul - Soul Saints Orchestra
Christmas In Hollis - Run DMC
Hey America - James Brown
I Wish You A Merry Christmas - Big Dee Irwin & Little Eva
Das Freie Sender Kombinat benötigt Eure Unterstützung. Ja, es geht ums Geld. Der Sender verzichtet bewusst auf Werbung, um weiterhin unabhängig zu bleiben. Wie Ihr FSK unterstützen könntet und warum, wird diesmal behandelt - neben Songs aus 5 Jahrzehnten die sich mit "Pretty Green", "Dead Presidents" oder eben Zaster befassen.
Ausstrahlung ist am 17.12 ab 20h gibt es wieder "Soul Stew" Hamburgs älteste und fitteste Soul Radio Show. Entweder auf 93,0 Mhz oder 101,3 (Kabel) oder im Livestream
Hier vorab die Playlist:
Valentine Brothers - Money's Too Tight To Mention
Dee Dee Sharp - Easy Money
Turn Of The Century - Money Can't
Ella Mae Morse - Money,honey
Barrett Strong - Money (That's What I Want)
Young-Holt Unlimited - Ain't There Something Money
Can't Buy
Laura Lee - I Don't Want Nothing' Old (But Money)
Jerry Butler - No Money Down
Sharon Jones & the Dap Kings - Money
Lee Fields & The Expressions - Money I$ King
Dann Penn - If Love Was Money
The Notations - Bills Breakup Homes
Gene Chandler - All About The Paper
Rose Royce - Put Your Money Where Your Mouth is
Quincy Jones - Money Runner
Quincy Jones - Money Is (feat. Little Richard)
The O'Jays - For The Love Of Money
The Style Council - Money-Go-Round
Fehlfarben - Dollars & Deutschmarks
Steve Spacek - Let the Dollar Circulate
Aloe Blacc - I Need a Dollar (Live at a dinner table)
Aloe Blacc - I Need A Dollar(Kurc rmx)
Erykah Badu - Turn Me Away(Get Money)
Calvin Richardson - Put My Money On You
Jean Grae - Power, Money & Influence Ft Guru & Talib
Kweli
Dwele - Money Don't Mean A Thing
Wu-Tang Clan - C.R.E.A.M.
Das alles und noch viel mehr am Freitag um 20h auf FSK - 93,0 Mhz (Antenne), 101,3 Mhz (Kabel) oder Livestream : Die Wiederholung zum Geschenkeeinpacken läuft am Mittwoch, den 22.12 um 12h. (High Noon!)
Nee, das ist einfach nichts (mehr) für mich. Wieder so Sachen aus Filz, wieder viel Bedrucktes: T-Shirts, Küchenhandtücher, Porzellan, Topflappen und wieder viel Gestricktes mit zum Teil abenteuerlichen Umwickeltechniken. Sexy ist das fast alles nicht.
Überhaupt: Viele Dinge, die man am besten für immer verpackt lässt, um einen guten Eindruck zu machen, denn die wenigsten kaufen sich hier Dinge für die eigene Wohnung – der Zeitpunkt ist sicher nicht zufällig gewählt. Zum Beispiel Backformen in Form der Lieblingsstadt (na klar: Berlin oder Hamburg) auch noch unterteilt in die wichtigsten Stadtteile. Nur: Als fertiger Keks ist sicher nicht zu erkennen, was die Form darstellen soll. Auch einige Halma-Mutationen („Keiner spielt mir Dir“ oder „Das Leben ist schön“) scheinen nicht wirklich dazu geeignet, spannende Abendunterhaltung zu bieten. Und hört mir bitte auf mit den Kleinkind-T-Shirts. Also eigentlich eine Show von gutgemeinten „originellen“ Geschenken – ein Samt & Sonders fürs neue Jahrtausend.
Ich möchte wirklich nicht wissen, wie viele der Anbieter hier einen wesentlichen Anteil ihres Einkommens erzielen (müssen). Zu verzweifelt scheinen manche Versuche und wenn’s nicht klappt, dann schreiben wir einfach Berlin! Hamburg! Oder St.Pauli! drauf und nennen es handgemacht – grauselig.
Neue Produkte waren rar: Gürtel aus alten Fahrradreifen waren mir bisher nicht aufgefallen obwohl Gummi-Recycling natürlich schon länger angeboten wird – die ausgestellte Korsage hatte ich vorher auch noch nicht gesehen.
Zu den wenigen Highlights gehörten wieder der Verbrecher Verlagsstand, ein paar halb-originelle Bilder und die entspannte Musik in a Reggae Stylee. Aber alles Dinge, die man sich auch ohne 3 Euro Eintritt das gesamte Jahr über in den einschlägigen Stadteilen anschauen kann.
Nächstes Mal bleib‘ ich Zuhause oder geh‘ einmal mehr zu Groove City und Cohen + Dobernigg. Wie gesagt, ist nichts mehr für mich...